In gute Hände abzugeben

Nachfolge regeln

In gute Hände abzugeben

unternehmensjurist Nachfolgeregelung

Strikte Kundenorientierung – das hat die Optikerkette Fielmann groß gemacht. Das 1972 in Cuxhaven gegründete Unternehmen ist heute mit Abstand Marktführer in seiner Branche. Gründer Günther Fielmann, der mittlerweile mehrfacher Milliardär ist und dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, genießt jedoch nicht seine Rente, sondern ist weiter Vorstandsvorsitzender des börsennotierten Familienunternehmens.

Fielmann mit Familienstiftung

Die Unternehmensnachfolge ist aber längst geregelt. Sohn Marc ist mittlerweile an die Spitze des Brillenkonzerns aufgerückt und ist gleichberechtigter Vorstandschef neben seinem Vater. Und mit einer Umschichtung von Firmenanteilen hat Günther Fielmann bereits vor über sechs Jahren den langfristigen Familieneinfluss gesichert: Er gründete kurzerhand eine Familienstiftung und machte sie zum Hauptaktionär. „Die Fielmann-Familienstiftung hat die Aufgabe, die Unabhängigkeit des Unternehmens sicherzustellen“, so Fielmann. Auf diese Weise solle sein Lebenswerk gegen feindliche Übernahmen abgesichert werden. „Das Unternehmen Fielmann ist am besten in Familienhand aufgehoben.“

Vorbildliches Vorgehen

Zu den genauen juristischen Hintergründen wollte das Unternehmen sich zwar nicht äußern. Klar aber ist: Der Brillenmogul ist bei der Planung der Unternehmensnachfolge vorbildlich vorgegangen. Schrittweise hatte er seinem Sohn mehr Verantwortung übertragen und zugleich die finanzielle Seite wasserdicht geregelt. Die Übertragung folgte einem ausgeklügelten Zeitplan und einer klaren Strategie.

Das A und O: Planung

Und das ist bei der Nachfolgeplanung besonders wichtig, meint Prof. Dr. Clemens Engelhardt, Rechtsanwalt und Partner in der Kanzlei trustberg LLP in München und Professor für Wirtschaftsrecht an der FOM München. Wann genau das Zepter übergeben und wie die optimale Übergangszeit der Zusammenarbeit gestaltet werde, müsse „rechtzeitig beschlossen und dann auch gelebt werden“, so Engelhardt, der selbst mehrere Jahre als Unternehmensjurist für eine Münchener Familienstiftung tätig war.

Wie das Thema in der Wirtschaft behandelt wird, welche Probleme es gibt und wie sich die Digitalisierung auswirkt, lesen Sie im Beitrag von Harald Czycholl in unternehmensjurist 2/2019 ab S. 34.

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