Mit Digitalisierung und Demografie zum Durchbruch

Mitarbeiterbeteiligung

Mit Digitalisierung und Demografie zum Durchbruch

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Noch immer führt die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland ein Schattendasein. Wenn überhaupt, lassen vor allem börsennotierte Unternehmen ihre Führungskräfte am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben, meist auf Basis von Aktien. Dabei läuft es in Unternehmen mit Mitarbeiterbeteiligung langfristig und nachhaltig besser, wie eine Studie von der Universität Göttingen ergab, die die komplexen Wirkungsmechanismen am Beispiel der Siemens AG detailliert analysiert hat. Über vier Jahre wurden Daten von durchschnittlich rund 270.000 Beschäftigten daraufhin untersucht, ob sich die Performance des Unternehmens durch eine Aktienbeteiligung der Mitarbeiter verbessert. Es zeigte sich, dass Mitarbeiterbeteiligung nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für das Unternehmen Vorteile bietet: Je mehr Mitarbeiter am Aktienprogramm des Unternehmens teilnehmen, desto stärker steigt im Durchschnitt in den Folgejahren das Engagement und die individuelle Performance der Mitarbeiter und damit auch das Ergebnis derjenigen Organisationseinheit, in der sie tätig sind. Dies gilt bei allen Beschäftigten, unerheblich ob Werksmitarbeiter oder Führungskraft und egal, in welchem Land sie arbeiten.

Verschiedene Experten sind nötig

Woran liegt also das geringe Interesse in weiten Teilen der Wirtschaft angesichts dieser Vorteile? „Kleine und mittlere Unternehmen fürchten oft Aufwand und Kosten“, berichtet Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer des Branchenverbands Mitarbeiterbeteiligung AGP, der Unternehmen bei der Einführung von Teilhabeprogrammen begleitet und berät. Nach ersten Überlegungen lassen sie angesichts der Komplexität der Modelle lieber die Finger davon und bevorzugen Bonuszahlungen, um ihren Mitarbeitern etwas Gutes zu tun. Je nach Modell sind Rechtsexperten im Steuerrecht, Arbeitsrecht, Kapitalmarktrecht, Verbraucherschutzrecht und Gesellschaftsrecht hinzuzuziehen. Start-ups aber auch Wirtschaftsverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie oder die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände bemängeln außerdem zu wenig staatliche Förderung und geringe steuerliche Freibeträge im internationalen Vergleich.

Fachkräftemangel bringt Aufwind

Nun könnten Fachkräftemangel und digitale Transformation in den Unternehmen dem Thema doch noch zum Durchbruch verhelfen. „Immer wieder klagen Mittelständler, dass ihnen Umsatz entgeht, weil Mitarbeiter fehlen, um neue Aufträge abzuarbeiten. Es mangelt nicht nur an hochqualifizierten Führungskräften, sondern auch an Facharbeitern“, berichtet Dr. Roman Dörfler aus der Kanzlei Lindenpartners in Berlin, der Mandanten unter anderem zu gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Fragen bei Mitarbeiterbeteiligungsmodellen berät. Vor diesem Hintergrund werde es für Unternehmen jeder Größe immer wichtiger, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und die vorhandenen Beschäftigten zu binden.

Welche Modelle es gibt und welche Mechanismen für mehr unternehmerisches Denken greifen, erläutert Franziska Jandl im Beitrag „Mit Digitalisierung und Demografie zum Durchbruch“ in unternehmensjurist 1/19 ab S. 12.

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