Newsletter Juli 2018 – Fehler – Wir doch nicht!?

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Fehlermanagement

 

Fehler – Wir doch nicht!?

Juristen und Fehler – zwei Welten treffen aufeinander? Mitnichten! Auch den Jüngern des Rechts passieren Pannen, Pleiten, Fehler. Doch der Umgang damit fällt Juristen oft besonders schwer, schließlich werden sie auf Fehlerfreiheit getrimmt. Die gute Nachricht: Inzwischen kommen aus einigen Unternehmen vielversprechende Ansätze für einen konstruktiven Umgang mit Fehlern, wie unsere Autorin Claudia Behrend erfahren hat.

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Nobody is perfect – den Satz kennen die meisten Menschen. Doch wirklich beherzigt wird er selten. Bei den Juristen widerspricht das dem Selbstverständnis und dem Image der Berufsgruppe. Allerdings: Juristen sind vor Fehlern ebenso wenig gefeit wie andere Menschen. Sprechen über Fehler tun sie allerdings eher ungern, wie die vielen Absagen von Unternehmen auf die Anfrage unserer Autorin zu einem Gespräch gezeigt haben.

Die Uhren ticken jetzt anders

 

Doch das beginnt sich zu verändern. Der Grund: In Zeiten der Digitalisierung verändern sich die Geschäftsprozesse massiv und sie müssen teils umgekrempelt werden. Wer innovativ sein will, hat oft nicht mehr die Zeit, in monatelanger Vorbereitung alle Eventualitäten und Risiken abzuwägen – auch nicht die juristischen. Diese Entwicklung lässt sich in vielen Branchen beobachten.

Konstruktiv mit Fehlern umgehen

 

Ein Beispiel ist die Hamburger Otto-Gruppe, zu der auch der Logistikdienstleister Hermes gehört. „Teil des bei uns im Unternehmen stattfindenden Kulturwandels ist auch eine ‚Fehlerkultur‘“, berichtet Antje Averhof, Head of Legal Services, Hermes Germany GmbH. „‚Fehlerkultur‘ bedeutet dabei jedoch nicht, Fehler zu kultivieren, sondern im Gegenteil konstruktiv mit ihnen umzugehen.“ Beispiel dafür seien „Lessons learned“-Termine nach großen Projekten, bei denen es explizit nicht um Schuldzuweisungen gehe, sondern darum, die Ursachen für Fehler zu suchen und zu eruieren, wie man festgestellte Fehler für Folgeprojekte vermeiden und Handlungsalternativen erarbeiten kann.

Es wird noch mehr Fehler geben

 

Was jetzt noch als Ausnahmeerscheinung gehandelt wird, könnte in agilen Organisationen sogar noch zunehmen. Gerade Juristen in Unternehmen merken: Die Fehleranfälligkeit aufgrund komplexer Prozesse steigt. Und die Digitalisierung erfordert mehr Offenheit für Veränderungen als in der Vergangenheit. Das beinhaltet auch gewisse Risiken wie eine stärkere Fehleranfälligkeit. All das wirkt sich natürlich auch auf die Rolle der Rechtsabteilung aus – etwa wenn eine rechtliche Einschätzung für unbekannte und nicht abschließend geklärte Sachverhalte erforderlich ist, beispielsweise wenn eine Technik noch nicht ganz ausgereift ist.

Wie Juristen in verschiedenen Unternehmen damit umgehen, warum das Vertuschen von Fehlern keine gute Idee ist und wie man Fehlerkultur und effizientes Aarbeiten miteinander in Einklang bringt – das schildert Claudia Behrend im Beitrag „Fehler – Wir doch nicht!?“ in unternehmensjurist Ausgabe 4/18 ab S. 70.

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