Das Instrumentarium nutzen

Außergerichtliche Streitbeilegung

Das Instrumentarium nutzen

Alternative Streitschlichtung

Gerichtsverfahren in Bausachen können sich extrem lange hinziehen. Bis zu zehn Jahre und manchmal noch länger. So lange auf eine Entscheidung zu warten, das bindet Zeit, Ressourcen und kostet Nerven. Martin Regnath, Prokurist und General Counsel der DEGES GmbH, kritisiert die teils überlangen Verfahren. „Das ist für alle Seiten eine unbefriedigende Situation. Die hierfür eingesetzten Ressourcen könnten anders besser genutzt werden.“

Schiedsverfahren als Alternative

Eine Lösung: ein Schieds – oder Adjudikationsverfahren, sogenannte ADR-Verfahren („Alternative Dispute Resolution“). „Der Vorteil dieser Verfahren ist vor allem eine andere Verfahrensordnung mit strafferen Fristen“, sagt Martin Regnath. „Dadurch sind die Verfahren erheblich kürzer.“ Zudem sind die Schiedsrichter Experten auf ihrem Gebiet. Bei Gericht könne es passieren, dass man auf Richter treffe, die sich eben noch mit Mietnebenkosten beschäftigt hätten – und nun über ein sehr komplexes Bauprojekt urteilen müssten. Regnaths Schlussfolgerung: „Im Vertrag muss das Thema Streitbeilegung schon mitgedacht werden.“

Konflikte lösen statt zu gewinnen

Gerichtsverfahren gehören für die allermeisten Unternehmensjuristen zum täglichen Brot- und Buttergeschäft. Doch immer öfter gilt es für Unternehmensjuristen, einen Konflikt nicht nur zu gewinnen, sondern ihn viel mehr zu lösen. Gerichtsverfahren können hierfür ein Weg sein. Das Instrumentarium ist aber noch deutlich breiter und reicht von Mediation bis hin zu unabhängigen Schiedsgerichten. Doch tatsächlich bleiben alternative Streitbeilegungsformen was die Fallzahlen betrifft weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Fallzahlen noch niedrig

Zuerst: Die Bedeutung von alternativen Streitbeilegungsformen wächst, wenn auch auf niedrigem Niveau. Dies geht aus der Studie „Konfliktmanagement in der deutschen Wirtschaft – Entwicklung eines Jahrzehnts“ des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers und der Europa-Universität Viadrina hervor. Mediation, Schlichtung, Schiedsgutachten und Schiedsverfahren werden nach Aussagen der befragten Unternehmen häufiger genutzt als noch vor zehn Jahren. Zu den Hauptgründen für das Bemühen nach einer außergerichtlichen Konfliktlösung zählt laut Studie im Wesentlichen die Philosophie des Unternehmens. Betont werden aber auch Kostenvorteile und die Vertraulichkeit für alle Seiten.

Welche Erfahrungen Unternehmensjuristen mit der außergerichtlichen Streitbelegung machen und wie Experten die Entwicklung sehen, lesen Sie in der Titelgeschichte unternehmensjurist 2/19 ab S. 12.

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