Brückenteilzeitgesetz 2019

Mehr Flexibilität für Arbeitnehmer

unternehmensjurist - Das Fachmagazin für Mitarbeiter in Rechtsabteilungen

27. Februar 2019

Mehr Flexibilität für Arbeitnehmer

Das umstrittene Gesetz zur Brückenteilzeit ist beschlossen. Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 46 Mitarbeitern haben ab 2019 einen Anspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeit. Die Ansichten über die Auswirkungen der neuen Regelungen auf Unternehmen gehen auseinander.

Brückenteilzeitgesetz 2019

Bürokratisch, dirigistisch, weltfremd – so kritisieren Arbeitgeberverbände die neue Brückenteilzeit. Gewerkschaften dagegen sehen zu viele Arbeitnehmer davon ausgeschlossen, weil sie in kleinen Firmen arbeiten. Zwei Anläufe scheiterten am Widerstand der Union, beim dritten war die SPD erfolgreich: Ab 1. Januar 2019 gilt in Unternehmen ab 46 Beschäftigten ein Recht auf befristete Teilzeit.

Sorge bei kleineren Unternehmen, Gelassenheit bei großen

Gespräche mit Juristen und Personalern zeigen: Große Unternehmen sehen die Neuerung eher gelassen, kleinere mit Sorge. Einige Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern bereits jetzt zahlreiche Teilzeitmodelle und flexible Möglichkeiten über befristete Teilzeit oder Arbeitszeitkonten ihre Stundenzahl anzupassen. Das Gesetz zur Brückenteilzeit wird sich hier ohne Probleme einfügen lassen. Anders ist die Situation bei kleineren Unternehmen.

Personalplanung wird schwieriger

Befristete Teilzeit macht die Personalplanung nicht einfacher – auch für einen beliebten Arbeitgeber. Wer Aufgaben oder Stunden nicht intern umschichten kann, muss rechtzeitig Ersatz finden. Doch die Ankündigungsfrist von drei Monaten ist kürzer als die Kündigungsfrist mancher Bewerber, Ausschreibung und Auswahl kosten zusätzliche Zeit. Und dann sind es ja nur vorübergehende Vakanzen. Personalabteilungen werden wohl Zeitarbeit und befristete Verträge prüfen. Insbesondere für kleinere Unternehmen ohne breit aufgestellte Personalabteilung ist die Vielfalt von Teilzeitregelungen schwierig in der Handhabe.

Kein Paradeweg aus der Teilzeitfalle

Für Mitarbeiter in unbefristeter Teilzeit besteht jedoch nach wie vor kein absoluter Anspruch auf eine Erhöhung ihrer Stundenzahl. Bei Streit über Aufstockungswünsche gilt hierbei künftig eine Beweislastumkehr. In diesem Fall muss ab sofort der Arbeitgeber darlegen, dass es keinen entsprechend eingerichteten Arbeitsplatz gibt, wenn er Mitarbeitern in unbefristeter Teilzeit nicht gewährt, ihre Stundenzahl wieder zu erhöhen. Das neue Gesetz ist also kein Paradeweg aus der sogenannten Teilzeitfalle.

 

Festzuhalten bleibt: Für die Zukunft bietet das Brückenteilzeitgesetz Chancen und Herausforderungen. Befristete Teilzeit wird flexibler und vielleicht auch attraktiver, aber die Vertragsfreiheit des Arbeitgebers wird eingeschränkt. Weitere Hintergrundinformationen und Interviews zum Thema Brückenteilzeit liefert Angelika Knop in ihrem Artikel „Neue Spielregeln bei Teilzeit“ (unternehmensjurist 6/18, ab S. 68).

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